
Bisher haben wir gemeinsam entdeckt, wer in deinem Kopf eigentlich am Steuer sitzt: der impulsive Neandertaler im Stammhirn, der kluge Cortex als Regisseur, das Kleinhirn als Dirigent, die Sinne als Kameras deines inneren Films. Jetzt wird es Zeit, das Wissen in die Hand zu nehmen – mit der ersten konkreten Übung. Wir starten eine kleine Reihe innerhalb der Serie: Schritt für Schritt lernst du das Autogene Training kennen, eine der wirksamsten Methoden, um deinen inneren Neandertaler zu beruhigen.
Der Psychiater Johannes Heinrich Schultz entwickelte das Autogene Training vor rund hundert Jahren aus der Beobachtung, dass Menschen in Hypnose oft dieselben körperlichen Empfindungen beschrieben: ein Gefühl von Schwere, von Wärme, von innerer Ruhe. Er fragte sich: Lässt sich dieser Zustand auch ohne Hypnotiseur erreichen – allein durch die Kraft der eigenen Vorstellung? Die Antwort war Ja. Autogenes Training arbeitet mit kurzen, immer wiederholten Formeln, die du dir gedanklich vorsprichst. Dein Körper reagiert darauf, als wäre die Aussage bereits wahr – der Puls beruhigt sich, die Muskeln lassen los, der Neandertaler bekommt das Signal: Keine Gefahr, du kannst entspannen.
Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt, und im Autogenen Training ist das die Ruheformel: „Ich bin ganz ruhig." Sie steht am Anfang jeder Übungseinheit und legt das Fundament für alles, was in den kommenden Artikeln noch dazukommt – die Schwere, die Wärme, den ruhigen Atem. Ohne dieses Fundament wirken die späteren Formeln kaum. Deshalb lohnt es sich, dieser scheinbar simplen Formel ein paar Tage besondere Aufmerksamkeit zu schenken, bevor wir weitergehen.
Im Kern ist die Übung denkbar einfach: Du nimmst dir fünf bis zehn Minuten Zeit an einem ruhigen Ort, schliesst die Augen und wiederholst innerlich mehrmals die Formel „Ich bin ganz ruhig" – begleitet von einer bewussten Rücknahme am Ende, damit du wach und klar in den Alltag zurückkehrst. Am besten übst du täglich, zur gleichen Tageszeit, über ein bis zwei Wochen, damit dein Nervensystem die Gelegenheit bekommt, sich das neue Muster wirklich einzuprägen.
Die vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung – zum Ausdrucken und für die tägliche Praxis – bekommst du kostenlos und unverbindlich als PDF. Hier klicken und Übung kostenlos anfordern – du erhältst sie direkt per E-Mail.
Im nächsten Artikel dieser kleinen Reihe nehmen wir die Schwereübung dazu, den zweiten Baustein des Autogenen Trainings. Bis dahin: Nimm dir die Zeit, mit „Ich bin ganz ruhig" vertraut zu werden. Jedes Mal, wenn du diese Formel übst, zeigst du deinem inneren Neandertaler, dass er das Steuer getrost loslassen darf.
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